EIN FEST DER OFFENEN HERZEN
Wieder durften wir als Gemeinschaft das Fest des Lebens auf dem Hügel von Saluzzo erleben. Tage voller Begegnungen, Freude und Hoffnung. Familien, Freunde, Jugendliche sowie Brüder und Schwestern aus den verschiedenen Häusern der Gemeinschaft weltweit kamen zusammen, um das wiedergefundene Leben zu feiern und die Verbundenheit der großen Cenacolo-Familie neu zu erleben.
Das diesjährige Thema „Effatà – Öffne dich!“ begleitete uns durch diese besonderen Tage. Es war eine Einladung Jesu, unsere Herzen zu öffnen – für Gott, für unsere Familien und füreinander. In den Heiligen Messen, den Katechesen, im Gebet und in den vielen persönlichen Begegnungen wurde spürbar, dass Gott Menschen berührt, Hoffnung schenkt und Wege der Versöhnung öffnet.
Besonders bewegend waren die Begegnungen mit den Familien. Nach langer Zeit konnten viele Eltern, Geschwister und Jugendliche einander wiedersehen. Die Freude über das Wiedersehen war deutlich spürbar, und in vielen Begegnungen wurde Versöhnung möglich. Diese Momente zeigten, dass Beziehungen neu wachsen können und Gott Menschen wieder zusammenführt.
Auch das alljährige Musical griff die Botschaft von „Effatà“ auf. Es machte deutlich, wie befreiend es ist, sich nicht von der Vergangenheit bestimmen zu lassen, sondern sich dem Leben, der Liebe und der Hoffnung zu öffnen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Priesterweihe unseres Mitbruders Denis Magut. Sie war ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass Gott Leben verwandeln und aus schweren Erfahrungen einen neuen Weg und eine Berufung entstehen lassen kann.
Mit großer Dankbarkeit kehren wir von diesen Tagen zurück – dankbar für unsere Familien, für die Gemeinschaft und für das Geschenk, das Gott uns durch Mutter Elvira gemacht hat: einen Ort, an dem Menschen Hoffnung finden, Heilung erfahren und einen neuen Anfang wagen dürfen.
Das Fest des Lebens hat uns neu daran erinnert: „Effatà“ ist eine Einladung für jeden Tag – unsere Herzen offen zu halten für Gott und für die Menschen, die er uns anvertraut.
Zeugnisse unserer Burschen
Martin
Ich danke der Gemeinschaft dafür, dass ich das diesjährige Fest des Lebens gemeinsam mit meiner Familie erleben durfte. In diesen Tagen konnte ich mein Herz öffnen, das meinem Bruder gegenüber viele Jahre verschlossen gewesen war. Ich habe eine Befreiung erlebt, die ich nie für möglich gehalten hätte – begleitet von Freudentränen. Ich bin sehr froh, dass ich diese Ketten durchbrechen und den Mut finden konnte, offen und ehrlich zu sein. Danke für alles, das wir in der Gemeinschaft gemeinsam mit den Familien, mit Jesus und Maria erleben dürfen. Wenn sich unsere Herzen öffnen, können sie heilen und echten Frieden finden.
Matteo
Das Fest des Lebens war für mich eine wunderschöne Erfahrung. Ich bin daran spirituell gewachsen und habe mich selbst besser kennengelernt. Wenn ich zusammenfassen müsste, was diese Tage für mich bedeutet haben, dann würde ich sagen: Heilung. Vor allem Heilung in der Beziehung zu meinem Vater. Zum ersten Mal konnten wir wirklich von Mann zu Mann miteinander sprechen und uns ehrlich sagen, was in unserem Leben und in unserer Beziehung nicht gut gelaufen ist. Es war etwas Besonderes, dass eine Wunde in meinem Herzen heilen durfte, die ich schon lange mit mir getragen habe. Und dass das gerade während dieser Tage geschehen ist, empfinde ich als ein Geschenk Gottes.
Tobias
Dieses Jahr habe ich das Fest des Lebens ganz anders erlebt. Ich habe mir mehr Zeit für das Gebet, die Anbetung und den Gottesdienst genommen. Außerdem habe ich mich sehr in der Rolle des „Stummen“ aus dem Musical wiedergesehen. Genau dieses Schweigen, das ich viele Jahre mit mir getragen habe, ließ mich innerlich ständig aufschreien. Vielleicht war gerade diese Szene der Moment, in dem sich etwas in mir gelöst hat – etwas, das „Effata!“ gerufen hat. Und ich spüre es wirklich. Ich möchte nicht länger schweigen. Heute möchte ich an Gott glauben, leben, lieben und dienen. Ich will mich nicht mehr aus Angst vor der Meinung anderer verstecken, sondern lernen, mich selbst anzunehmen. Danke der Gemeinschaft, Mutter Elvira und allen Brüdern, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Danke für all das, was mir geschenkt wurde und dafür, dass mir geholfen wurde, aus mir selbst herauszukommen und der Mensch zu werden, der ich heute bin.
Roman
Dieses Jahr durfte ich zum zweiten Mal am Fest des Lebens in Saluzzo teilnehmen. Das Erste, was mir auffiel, war, wie sehr ich mich seit dem letzten Jahr verändert habe. Früher lebte ich eher zurückgezogen und hatte kaum soziale Kontakte. Unter vielen Menschen zu sein, habe ich vermieden. Diesmal habe ich mich dagegen gefreut, alte Freunde wiederzutreffen, neue Menschen kennenzulernen und frei auf andere zuzugehen. Auch die Gespräche mit meiner Familie waren sehr schön. Ich konnte mit jedem Einzelnen ehrlich sprechen, um Vergebung bitten und Dinge aussprechen, die ich lange im Herzen getragen hatte. Der wichtigste Moment für mich war die Priesterweihe von unseren Mitbruder Denis am Sonntag. Es hat mich tief beeindruckt zu sehen, wie Gott durch die Gemeinschaft das verletzte Herz eines Menschen, der einmal drogenabhängig war, verwandeln konnte – in ein Herz, das den Mut hat, Priester zu werden. Für mich ist das ein großes Zeugnis von Vertrauen, Glauben und Ausdauer.
Szymon
Am meisten bewegt hat mich dieses Jahr die Versöhnung mit meinen Eltern und dass ich endlich ehrlich über Dinge sprechen konnte, die mich lange belasteten. Mir wurde bewusst, wie wichtig ich als Vorbild für meinen achtjährigen Bruder bin und dass ich nicht aufgeben darf, weil es etwas gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Vom eigentlichen Fest hat mir das Konzert der Band Reale am besten gefallen. Gemeinsam mit zwei Brüdern aus Loreto haben wir eine Choreografie zu einem ihrer Lieder vorbereitet. Es war ein sehr emotionaler Moment mit einer besonderen Atmosphäre. Ich habe dabei meine eigenen Grenzen überwunden, indem ich vor so vielen Menschen getanzt habe. Gleichzeitig war es einer der letzten gemeinsamen Momente mit meinen Mitbrüdern vor meinem Umzug in das neue Haus in Österreich. Auch die Gebetszeiten haben mich tief berührt. Dort konnte ich Gott alles anvertrauen, was ich gerade erlebe und was mich in Zukunft erwartet. Ich bin der Gemeinschaft sehr dankbar, dass ich dieses schöne Fest miterleben durfte.















