KLEINFRAUENHAID ZU GAST IN HÜNFELD
Georg Schwarz, Leiter des Hauses in Kleinfrauenhaid, war gemeinsam mit Roman und Julian beim Deutschlandtreffen in Hünfeld.
Die beiden jungen Männer erzählten offen von ihrem Weg: von Orientierungslosigkeit, Abhängigkeit und Drogensucht hin zu einem neuen Leben.
Georg Schwarz brachte es in seinem Zeugnis auf den Punkt: „Nur durch das Gebet, also die Vertikale, schaffe ich es, für die Menschen, also die Horizontale, da zu sein.” Als Gottgeweihter lebt er vom Kontakt zu Gott und seiner Zärtlichkeit. Das Gebet und die Sakramente geben ihm Kraft für seinen täglichen Dienst: verfügbar zu sein für rund 30 junge Männer.
Wo Vertikale und Horizontale sich kreuzen, steht das Kreuz – und das, so Schwarz, bleibe uns als Christen nicht erspart. Das Kreuz findet sich in jedem Leben, denn „kein Leben auf der Erde ist ohne Verwundung”. Sich das klarzumachen und die eigene Maske abzulegen – das sei Teil des Lebens in einer Gemeinschaft, die Heilung schenkt.
Eltern berichten
Einen solchen Schritt hat auch der Sohn von Veronika und Valeri Tsallagov gewagt. Er ist seit einigen Wochen Teil der Gemeinschaft. Seine Eltern teilten ihre Erfahrungen mit anderen betroffenen Familien:
„Von der ersten Minute an herrschte eine warme, offene und herzliche Atmosphäre, die uns tief berührt hat. Obwohl wir zum ersten Mal dabei waren, fühlten wir uns sofort aufgenommen – im wahrsten Sinne des Wortes umarmt von dieser Gemeinschaft. Der Austausch war intensiv und ehrlich. Er hat uns neue Perspektiven eröffnet und uns gestärkt nach Hause zurückkehren lassen.
Besonders beeindruckt hat uns, dass auch langjährige Mitglieder weiterhin Teil dieser Gemeinschaft sind – ein starkes Zeichen für die Tiefe der Verbindungen, die hier entstehen. Vieles war neu für uns, vom gemeinsamen Gebet bis zum Format der Selbsthilfegruppe. Und doch fühlte es sich vertrauensvoll und stimmig an. Unser Sohn ist erst seit drei Wochen dabei – und schon jetzt spüren wir, wie wichtig es ist, dass wir Eltern ebenso zusammenstehen wie unsere Kinder. Wir tragen eine tiefe Dankbarkeit in uns.”
Geistlicher Rahmen eines besonderen Treffens
Zwei heilige Messen und die frühmorgendliche Anbetung gaben dem Treffen seinen geistlichen Charakter. „Wir kommen aus unserem Alltag”, sagte Pfarrer Dr. Robert Nandkisore aus Eltville am Rhein. Was alle Anwesenden vereine, sei die Liebe zu Mutter Elvira und der von ihr 1983 gegründeten Gemeinschaft. „Wir sind als Gemeinschaft Cenacolo marianisch und eucharistisch geprägt – und das pflegen wir.” Die heilige Messe am Samstagvormittag zelebrierte Pfarrer Ebbo Ebbing aus Rheine.
Das Treffen in Hünfeld hat gezeigt, was Cenacolo im Kern ausmacht: Menschen, die füreinander da sind – Junge und Alte, Betroffene und Eltern, Geistliche und Laien. Nicht weil das Leben leicht ist, sondern weil es im Miteinander leichter wird. Wer einmal erlebt hat, wie eine solche Gemeinschaft trägt, versteht, warum viele immer wieder kommen.











