HEIMGEKOMMEN – MEIN WEG ZUR KATHOLISCHEN KIRCHE
Mein Name ist Arvid, ich bin 23 Jahre alt und seit 2,5 Jahren in der Cenacolo Gemeinschaft.
Mein Vater kommt aus Bosnien und ist muslimischer Herkunft, während meine Mama, die aus Deutschland kommt, evangelisch ist. Ich selbst bin in Berlin aufgewachsen und dem evangelisch-christlichen Glauben näher gewesen. So habe ich mich im Alter von 8 Jahren für die Taufe und später mit 13 Jahren auch für die Konfirmation entschieden. Man kann also schon sagen, dass ich zuvor einen Bezug zum Glauben hatte, aber das Katholische war mir trotzdem sehr fremd.
Da wir in der Gemeinschaft täglich drei Rosenkränze beten, mehrfach in der Woche eucharistische Anbetung haben und auch oft die Heilige Messe feiern, war das anfangs für mich ein intensives, spirituelles Programm, mit dem ich recht wenig anfangen konnte. Im Gegenteil: Zu Beginn wehrte ich mich dagegen.
Nichtsdestotrotz kann ich von meiner Anfangszeit in der Gemeinschaft als von einer wahren Auferstehung sprechen. Denn ich war innerlich tot, und mein Leben wurde durch Cenacolo gerettet. Nachdem ich mir dieser ersten Wunder in meinem eigenen Leben bewusst geworden war, die bereits in wenigen Monaten stattgefunden hatten, begann ich mich zu fragen, warum Gott wohl ausgerechnet eine katholische Gemeinschaft gewählt hatte, um mir die Möglichkeit zu einem Neubeginn zu geben.
Ich fing an, auch dem Rosenkranz und der Anbetung mit einem immer offeneren Herzen zu begegnen. Ich merkte, wie es Früchte trug, und versuchte, noch mehr zu vertrauen. So ging ich auch zum ersten Mal zur Beichte und lernte Stück für Stück die Bedeutung und Kraft der Sakramente kennen, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt einen Segen statt einer Absolution bekam.
Nach etwa einem Jahr in der Gemeinschaft stand für mich fest: Ich möchte konvertieren. Ich möchte fester Teil dieser Familie, der katholischen Kirche, werden, die mit ihren Sakramenten Tag für Tag so viel Heil in mein Leben und das Leben meiner Mitbrüder bringt.
Es war sehr wertvoll, diese Entscheidung ganz bewusst treffen zu können. Aber auch die Geduld aufbringen zu müssen, nach dieser Entscheidung noch ein weiteres Jahr zu warten, war eine sehr wichtige Schule für mich. Denn es hat mich gelehrt, dass es sich lohnt, für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu warten, Geduld aufzubringen und es aufzuopfern.
So ist es nach dieser langen Zeit ein umso schönerer Moment gewesen, in der Osternacht die Sakramente der Erstkommunion und Firmung zu empfangen und auch einen Mitbruder als Paten an meiner Seite zu haben.










