WIR TRAUERN UM UNSERE LIEBE FREUNDIN ANDREA
Andrea lebte unser Motto: „Lebensfreude neu entdecken“ – in jeder Geste, jedem Lächeln und jeder Stunde, die sie mit uns teilte. Sie zeigte uns, wie man Herausforderungen meistert, anstatt sich von ihnen aufhalten zu lassen.
Mit viel Herzblut und Kreativität hat sie unsere Gemeinschaft bereichert: beim Kochen, bei Spielen, Vorträgen oder liebevollen Gesten. Dabei schuf sie Momente, die uns noch lange begleiten werden.
Ihr Vermächtnis ist die Liebe, die sie uns schenkte, die Freundschaft, die sie lebte, und die Inspiration, die sie uns hinterlässt. Mit diesen Zeilen ehren wir das Andenken unserer lieben Freundin Andrea.
Die Rosen vom Cenacolo – Peter erzählt
Vor mehr als 10 Jahren knüpften wir – Peter und Andrea – den ersten Kontakt mit der Gemeinschaft Cenacolo. Unsere Geschichte begann als Dankeschön für die Hilfe nach einem Tischtennisturnier: Wir durften die Jungs an einem Sonntagmittag bekochen.
Zuerst eine italienische Messe in der Kapelle, dann gemeinsames Kochen mit einem polnischen und einem italienischen Bruder – wir verstanden uns ohne viele Worte, und das Essen war wunderbar. Schon beim ersten Mal fühlte es sich wie zu Hause an. Einmal da gewesen und nie wieder losgekommen.
Damit begann für uns eine faszinierende Reise in eine besondere Welt: Klösterliche Strukturen, ein Stall mit Kühen, eine wunderbare Kapelle, ein gepflegter Gemüsegarten – und viele junge Männer, die eine tiefe innere Ruhe ausstrahlen. Man darf sich nicht täuschen lassen: Der Weg zu sich selbst und zu innerer Ruhe ist lang. Beim Eintreten ist man wie eine kleine Rose, zerzaust vom Wind des Lebens, mit hängendem Kopf, teilweise geknickten Blättern, aber widerspenstigen Dornen, auf der Suche nach Licht.
Wir dürfen seit vielen Jahren Teil einer Gemeinschaft sein, in der zeitweise bis zu 30 junge Männer aus verschiedenen Nationen leben. Viele haben schwere Zeiten hinter sich, doch heute sehen wir nicht ihre Vergangenheit, sondern Menschen mit Würde, großem Potenzial, Willenskraft und hoher Disziplin. Unser Ansatz ist einfach: für sie da sein, nicht analysieren, nicht bewerten, sondern zuhören und Zeit schenken.
Eine liebgewordene Tradition ist es, unsere „Buam“ sonntags mit einem Mittagessen zu verwöhnen. Es ist immer ein Erlebnis, bei ständig wechselnder Küchenbesatzung aus verschiedensten Nationen über Gott und die Welt zu sprechen und trotzdem ein Menü zu präsentieren, das allen schmeckt. Mit Deutsch, etwas Italienisch, Englisch und Kroatisch kommen wir gut zurecht – Sprachbarrieren gibt es kaum, denn es braucht nicht immer Worte, um sich zu verstehen. Unsere Beziehung ist geprägt von Freundschaft und ehrlicher Liebe. Hier geht es darum, einander so zu sehen, wie man wirklich ist. Jeder Aufenthalt in der Gemeinschaft ist für uns eine Bereicherung. Die Jungs lehren uns, das Laute und die Reizüberflutung des Alltags hintenanzustellen, in der Kapelle die Stille wirken zu lassen, zufrieden und geduldig zu sein.
Natürlich gibt es auch Situationen, die schwerfallen, wenn einer unserer „Buam“ in ein anderes Haus versetzt wird oder die Gemeinschaft verlässt. Dann fließt schon mal eine Träne – doch wir denken an das Foto aus dem Vorgarten des Cenacolo im Winter: Die fragile Rose ist zu einer starken, edlen Blume gewachsen, die Sturm und Frost trotzt. Mit dieser Stabilität und inneren Stärke sind die Jungs bereit, ihren weiteren Weg selbstbewusst zu gehen und viele Menschen mit ihrem Dasein zu bereichern.
Was uns besonders dankbar macht, ist zu erleben, wie stark menschliche Beziehungen sein können, wenn sie auf Glauben an Gott, Respekt, Wertschätzung und echter Liebe basieren. Die Unterstützung in schwierigen Momenten und die kleinen Alltagsfreuden zeigen, dass Freundschaft mehr ist als Worte.
Schwester Elvira hat mit dem Cenacolo ein liebevolles, starkes Fundament geschaffen – und es trägt Früchte, die wie Rosen hinaus ins Leben blühen.











