EINE ZWEITE CHANCE
Ich heiße Peter, bin 35 Jahre alt und komme aus der Slowakei.
Ich bin als Einzelkind in einer christlichen Familie aufgewachsen und habe von meinen Eltern viel Liebe und Aufmerksamkeit erfahren. Aus Neugierde begann ich in jungen Jahren, mich in schlechter Gesellschaft zu bewegen, in der Drogen kursierten. Schon bald geriet ich selbst in die Abhängigkeit. Dank meiner Familie kam ich mit 18 Jahren in die Gemeinschaft Cenacolo – eine Erfahrung, die mir das Leben gerettet hat.
Nach einigen Jahren verließ ich die Gemeinschaft, weil mein Vater an Krebs erkrankte. Seine Krankheit und sein Tod waren für mich besonders schmerzhaft, da wir eine sehr enge Beziehung hatten. Um meine Trauer zu verdrängen, begann ich zu trinken, doch bald rutschte ich erneut in eine Abhängigkeit. Ich trank immer mehr und verlor nach und nach alles, bis ich schließlich ganz allein dastand. Doch in Wirklichkeit war ich nicht allein: Jesus war immer bei mir und hat mir in seiner Barmherzigkeit eine zweite Chance geschenkt. Mit großer Demut und Hoffnung kehrte ich ins Cenacolo zurück – diesmal mit noch mehr Entschlossenheit und Vertrauen in einen Neuanfang.
Dort habe ich gelernt, dass man gemeinsam Schwierigkeiten und auch die eigene Vergangenheit überwinden kann. Allein hätte ich es niemals geschafft, aber mit Hilfe der Brüder fand ich die Kraft, meine Schwächen zu überwinden und mein Leben neu aufzubauen. Ihre Freundschaft, ihre Geduld und das gemeinsame Gebet haben mir gezeigt, dass echte Unterstützung Hoffnung und Kraft schenkt. Durch sie habe ich auch meine Berufung entdeckt: Anderen zu helfen, so wie mir selbst geholfen wurde.
Seit einigen Jahren lebe ich in Österreich, in der Fraternität „Mutter der Hoffnung“. Hier spüre ich stark den Wunsch, all das weiterzugeben, was ich empfangen habe. Ich möchte den Menschen dienen – besonders den Armen und Bedürftigen – und habe mich deshalb entschieden, meinen Weg in den Missionen fortzusetzen.
Ich bin sehr dankbar und glücklich, diesen Schritt gehen zu dürfen. Von Herzen danke ich für alles, was ich hier in der österreichischen Gemeinschaft erhalten habe. Mit Gottes Hilfe möchte ich meinen Weg in der Freude und im Dienen fortsetzen.











